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LA-Trainingslager Schlussbericht

Tag 4 - Dienstag

Der trainingsfreie Morgen erlaubte es uns Athleten einmal ein bisschen länger zu schlafen. Nur Zingg verspürte bereits wieder früh am Morgen ein starkes Verlangen nach Bewegung. So schnürte er seine Inlineskates und rollte in Richtung Rimini los. Für uns alle war es ein Rätsel, ob wir diesen Burschen je wieder heil zu Gesicht bekommen oder ob er uns in ein paar Tagen ein Foto von seiner Strandung in Marokko schicken wird. Da wir nur noch zu 6. im Hotel waren, konnten wir endlich das Wettkampffeeling im Brandi Dog lancieren. Die Karten waren eindeutig und daher die Podestplätze rasch verteilt. Das Mittagessen war für einige von uns wie eine kleine kulinarische Reise in Sibirien. Gekleidet in Winterjacke, Handschuhe und teppichartigem Halstuch wurde gespiesen. Am Nachmittag machten wir dann Bekanntschaft mit einer Trainingsgruppe aus Bern und konnten uns inmitten aller deutschen Bewunderer wieder ausgelassen Mundart unterhalten. Unser schwarzes Schaf in der Gruppe hatte tatsächlich den Heimweg gefunden und nutzte die verfügbare Zeit für eine Gymsession, dies, obwohl sich Blatern und Rückenschmerzen von den italienischen Strassen bemerkbar gemacht hatten. Beim Abendessen wurde Michelle am Buffet von deutschen Athleten angesprochen, wer denn eigentlich unser Trainer sei? Die Antwort darauf konnte nicht in einem Satz beantwortet werden und der Name Chrigu fiel jedenfalls nie… So konnten wir auch den vierten Tag mit lautem Gelächter ausklingen lassen.


Tag 5 - Mittwoch

Kaum zu glauben, dass sich unser Trainingscamp bereits dem Ende zuneigt. Beim Einlaufen zeigte sich die Trainingsgruppe aus Buchsi nochmals äusserst aktiv mit Movementpräps aus dem Repertoire des LC Zürichs. Nur Chrigu liess seiner Müdigkeit freien Lauf und faulenzte auf Bahn 3. Als unsere deutschen Kumpanen auf der Anlage auftauchten, stellten wir rasch klar, wer jetzt bei uns genau der Trainer sei. Beim Speerwerfen kurz vor dem Mittag war Michelle äusserst abgelenkt und auch inspiriert von der kreativen Übung einer jungen Geherin aus Frankreich. Sie ahmte ihre ballettartigen, wackeligen Hüftbewegungen natürlich nach, was für böse Blicke des französischen Geh-Trainers sorgte.

Der letzte Tag bot auch gleich das Highlight unseres Trainingslagers. Wie gewohnt standen am letzten Nachmittag Läufe auf dem Programm, dies war uns allen eigentlich bewusst. Doch das verlockende Mittagessen, Fish and Chips (wohlverstanden gut frittiert) war wohl nicht die optimale Vorbereitung darauf. Wir schlugen uns relativ wacker bis und mit dem 200m-Lauf. Plötzlich änderte sich die Gesichtsfarbe zweier Athleten von rosa zu kreideweiss und sie machten einen raschen Abgang hinter die Pinienbäume. Der leckere Fisch vom Mittagessen zeigte sich erneut von seiner besten Seite! Schade für die verlorenen Proteine, welche im trockenen mediterranen Boden einsickerten. Zurück beim Hotel, entschieden wir uns, noch ein letztes Mal das wunderschöne Cervia zu besichtigen. Auf dem Weg fanden wir eine sympathische, diskrete mexikanische Bar vor, welche durch Bilder von „los dias de las muertes“ verziert waren. Sehr heimelig! Als die Bedienung unsere Wünsche entgegennahm, fragte diese von wo wir denn eigentlich seien!? Nach dem letzten Ausflug in die Stadt, wussten wir, dass Schweiz die falsche Antwort ist. Dieses Mal war es Deutschland, Swasiland, England. Nach dem Erfrischungsgetränk gingen wir zurück ins Hotel, puderten unsere Nase und liessen den letzten Abend nochmals gemütlich ausklingen.